11. ImmoTALK zum «Digitalen Zwilling»: «Daten müssen beatmet werden»


Die Möglichkeiten des digitalen Zwillings, auch für die Wertermittlung von Grundstücken oder die Marktbeobachtung auf der lokalen Ebene, sind immens. Von Preisentwicklungen über die Darstellung von Baulücken oder dem sinnvollen Einsatz von Solaranlagen ist alles möglich

Live auf der Empack-Messe: Die Revolution in der Verpackungsindustrie

Schauplatz Empack – jetzt mit kostenlosem Eintrittsgutschein: Der Druck auf die Industrie, umweltfreundliche Verpackungen zu produzieren ist hoch und erzeugt einen Innovationsdruck in der Branche. Aber sie hilft auch, den weltweiten Nahrungsmittelverlust von einem Drittel (!) zu reduzieren. Sichtweisen auf die Empack Messe vom Januar 2023.

by Urs Seiler | 18. November 2022

Vom 25. bis 26. Januar 2023 ist die Verpackungsmesse «Empack» von Easyfairs Schauplatz dieser Verpackungsrevolution.

Patrick Semadeni, CEO der Semadeni Plastics Group, spricht im aktuellen Empack-Podcast über weitere Themen, die die Verpackungsbranche umtreiben wie Kreislaufwirtschaft, erfolgreiche Recyclingprojekte, Lösungen der Lieferketten- und Energieproblematik, die Rolle der Politik für eine umweltfreundliche Rohstoffpolitik – und eben die notwendige Reduktion von einem Drittel (!) der weltweiten Nahrungsmittelproduktion, die vor dem Konsum verderben.

29. November 2022, 14 Uhr: Kostenlos an den Packaging Talks teilnehmen.

Banner oben anklicken: kostenlosen Eintritt zur Empack mit dem Code 1012 lösen!

20 Minuten-Empack Podcast mit Patrick Semadeni anhören.

«Klar ist, es wird immer Verpackungen brauchen. Aber wir haben weltweit zwei Milliarden Tonnen Lebensmittelverlust, das ist ein Drittel der gesamten Nahrungsmittelproduktion. Hier können Verpackungen helfen, diese Verluste zu vermindern», sagt Patrick Semadeni im obigen Podcastinterview von Easyfairs.

Kristina Nadjarian (rechts), Marketing & Content Manager Easyfairs Schweiz sagt zur Empack 2023: «Die EMPACK ist Europas Referenznetzwerk für nationale Business:to:Business-Veranstaltungen über die Zukunft von Verpackungs-lösungen und –technologien.»

Mit mehr als 75 bekannten Ausstellern ist die Empack die größte Messe in der Schweiz für die Verpackungswirtschaft und wird von den Branchennetzwerken SVI, VLI und procure moderne unterstützt. Denn:

Warum Messe?

Dass die Wirtschaft wieder Messen will, sah man im 2022 auf den großen Leitmessen in Deutschland und auch auf den Easyfairs Messen.

Der Ausstellungs- und Messeausschuss der deutschen Wirtschaft AUMA sagte 1. September 2022, dass nach dem «heißen Messesommer 2022» bereits durchschnittlich 70 Prozent der ausstellenden Unternehmen und 55 Prozent der BesucherInnen im Vergleich zur Vor-Covid-Ära zurück seien.

Seither ist dieser Wert sogar noch angestiegen.

Zur Fachpack in Nürnberg kamen mit 1’154 ziemlich genau 70 Prozent der ausstellenden Unternehmen von vor Covid, aber mit 32’000 BesucherInnen über 70 Prozent des Vor-Corona-Werts von 44’000!

Auch die Empack vom Januar 2023 in der Messe Zürich wird ihre Kennzahlen von 2022 übertreffen. Im März 2022 kamen um die 70 Aussteller in die Bernexpo, an der Empack 2023 in der Messe Zürich werden jetzt mehr als 75 Aussteller und Partner teilnehmen.

Das sind alles Signale: Die Wirtschaft braucht und will jetzt wieder Messen. Und sind Gründe, warum Easyfairs mit ihren Messen hoch erfolgreich ist. Easyfairs Schweiz hat nach der Pandemie mit 90 Mitarbeitenden mehr als vorher, wo es 70 waren.

Auch der Umsatz der Easyfairs-Gruppe stieg 2021-22 auf 163 Millionen Euro. Das wiederkehrende EBITDA erreichte 28,5 Millionen Euro, gegenüber einem Minus von 30 Millionen Euro im Vorjahr. Mit diesem Wachstum hat die Easyfairs-Gruppe fast wieder das Gewinn- und Umsatzniveau von vor Covid erreicht.

Die Macht der persönlichen Begegnung

Messen werden von der Wirtschaft wieder dringend benötigt, um während Covid verlorene Geschäfte wieder aufzuholen. Das kommt auch in den Aussagen der Empack-Aussteller zum Ausdruck.

Patrick Semadeni sagt zur Empack-Beteiligung seiner Firma: «Nichts geht über den persönlichen Kontakt. Denn er schafft eine ganz andere Vertrauens- und Diskussionsbasis sowie Gesprächskultur.»

Mirko Ackermann, Sales Manager bei Videojet Technologies: «Neben den vielen digitalen Möglichkeiten, die im 21. Jahrhundert das zentrale Werkzeug der Kundenansprache darstellen, sollte man nie die Macht der persönlichen Interaktion unterschätzen.»

Marco Deplazes, Geschäftsführer der Egolf Verpackungs AG: «Messen sind für uns ein sehr wichtiger Input, der uns neue Sichtweisen ermöglicht. Abgesehen davon bietet der Besuch einer Fachausstellung immer wieder unerwartete Inputs.»

Im neu geschaffenen Sonderbereich «Science Experience Area» werden die ZHAW Wädenswil (Zentrum für Lebensmittelherstellung und -verpackung) und die HSR Hochschule für Technik Rapperswil (Abteilung Kunststoffforschung) ihre neusten Lösungen für ökologische, zukunftsorientierte und nachhaltige Verpackungsentwicklungen präsentieren.

smartville.digital ist Medienpartner der Empack.

Take Outs

Empack kostenloser Eintrittsgutschein mit Code 1012

Bvik-Studie: Marketing-Budgets steigen – auch für Messen

Empack Messeblog

Empack Podcast mit Patrick Semadeni

Agenda

all4pack, Paris Nord-Villepinte: 21. – 24.11.2022

Empack Zürich: 25. – 26.1.2023

Logistics + Automation, Zürich: 25. – 26.1.2023

Interpack Düsseldorf: 4. – 10.5.2023

Fachpack Nürnberg: 24. – 26.9.2024

365 Tage Messe? «Digitalisierung wird uns rechts überholen»

Ein kundenspezifisches, zielgerichtetes Matching von Messeveranstaltern, Ausstellern und BesucherInnen ist die logische Konsequenz von heute verfügbaren Daten – und zukunftsweisend. Roger Gisi, Gründer von DigitaleSchweiz, macht im smartville.digital-Interview Vorschläge zur Nutzung von «smart data» für eine digital verlängerte 365-Tage-Messe.

by Roger Gisi* | 16. November 2022

Roger Gisi, Du bist der Gründer von DigitaleSchweiz. Was ist Deine Mission?

Die Krise zeigt die Bedeutung digitaler Technologien für Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft. Sie ist ein Weckruf, die Digitalisierung massiv, aber sicher voranzutreiben.

Auf der einen Seite ist Digitalisierung in aller Munde und auch von der Politik im Rahmen verschiedener Strategien offiziell eine beschlossene Sache. Aber es fehlt rundum an konkreten Schritten. Die Initiative «DigitaleSchweiz» verfolgt die Aufgabe, die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Schweiz dank einer ganzheitlichen und vernetzten «Digital 360-Grad»-Betrachtung anhaltend zu fördern. DigitaleSchweiz fördert die wirtschaftliche und gesellschaftliche Nutzung der Möglichkeiten, welche die Digitale Revolution und Transformation eröffnet. Und natürlich bieten wir Empfehlungen und Hilfestellung an und zu dessen Umsetzung das Modell «Digital Trust – Realisation Model» entwickelt.

Wofür steht DigitalTrust?

«DigitalTrust» beschreibt die Themen einer gesamten Unternehmens- und IT-Organisation, die einer Managementperspektive, die Sicht von Kunden und Bürger mit dem Markt und die Themen von Privacy, Datenschutz und Sicherheit mit dem Vertrauensaufbau zur Digitalisierung. Im Sinne von Notengebung muss eine Organisation sich selbst beurteilen und durch seine gesamten Beziehungen hindurch ein Feedback einholen. Damit ist die Wirkung und Nachhaltigkeit mit den direkten Akteuren und die Chance auf eine hohe Nutzung und Wirkung gegeben.

Welche Ziele verfolgt DigitaleSchweiz?

Unsere Ziele sind es, anhaltend öffentliche und mediale Aufmerksamkeit zu generieren, ein gesellschaftliches Bewusstsein für die Notwendigkeit der digitalen Transformation zu schaffen, Neugier und Interesse zu wecken und das Wissen von und für die Unternehmen und die Öffentlichkeit laufend zu erweitern. Wir wollen die Einstellung zur Digitalisierung verbessern und ein positives, chancenorientiertes Meinungs- und Wirkungsklima schaffen.

Digitale Schweiz folgt einem offenen, kollaborativen Modell und steht allen Sektoren und Anwendungsfeldern offen. Wir sind mit Enthusiamus und großem Engagement für «Digital 360-Grad» unterwegs, und immer mit dem Prinzip «Client first, digital first!»

Was braucht die Schweiz, um digital «smart» zu werden?

Es führt kein Weg an der digitalen Transformation vorbei – weder für den kleinen Handelsbetrieb, den Handwerker, die Bäckerei, den Hotel- und Gastrobetrieb, für das internationale Industrieunternehmen oder auch für die gesamte Messewirtschaft. Der Weg liegt in der Akzeptanz des Phänomens, dass in der heutigen, digitalisierten Welt nichts so beständig ist wie die Veränderung oder vielleicht sagen wir es etwas weniger dramatisch, die Erneuerung.

Digitalisierung beginnt im Kopf, dann beim Unternehmen, auch wenn dieser Prozess erst einmal Ängste auslösen, sich aber schnell in einen Prozess mit großen Chancen entwickeln kann.

Unter «smart» verstehen wir raffiniert, einfach, umfassend, schnell, fähig, angepasst, intelligent. Wir suchen helle Köpfe für nutzbringende Lösungen. Dies alles mit Eigenschaften wie echt schweizerisch, angemessen, nachhaltig, flexibel, wirksam gepaart.

Das Kompetenzmodell von DigitaleSchweiz.

Was treibt Dich zum Thema digitale Transformation um und lässt Dich nicht schlafen?

Die notwendige Leidenschaft, täglich die Herausforderung «digital» anzunehmen, sie umzusetzen, dafür in Wirtschaft und Verwaltung als Motivator aufzutreten – das treibt mich um. Sie erfordert umfassendes Management, Kompetenzen in den Einzelthemen und eine gesunde Portion Idealismus.

Was mich auch beschäftigt ist der Umstand, dass Entscheidungsträger in Wirtschaft und Verwaltung leider immer noch der Meinung sind, dass Digitalisierung mehr Hype als Notwendigkeit sei, dabei ist sie uns schon längst am Überholen. Aber weder Transformation noch Digitalisierung sind neue Phänomene. Beide sind nur die konsequente Fortsetzung der Industrialisierung mit den heutigen, technologischen Machbarkeiten – allerdings mit höherem Tempo und in einer globalisierten Welt, in der praktisch alles mit allem vernetzt wird.

Mein großer Hoffnungsträger sind aber die mittlerweile vielen tausend Startups quer durch die schweizerische Wirtschaft hindurch und ich hoffe dass sie sich mit Ihren Produkten, Lösungen und Prozessen durchsetzen und nicht von den Tech-Giganten geschluckt werden.

Der Mergers & Acquisitions Profi Björn Kempe mit eigenem MICE-Anlagefonds kritisiert «Die vielen Messegesellschaften in Europa sitzen auf Millionen von Daten – aber diese werden nur ein Mal im Jahr genutzt» – wenn Messe ist. Wie beurteilst Du diese Aussage?

Damit bin ich einverstanden.

Mehr noch. Intelligent wäre es, mehr Langfristigkeit in der Messekommunikation anzustreben. Das kann dahin führen, dass eine Messe ihre Themen, Trends und eben Veränderungen das ganze Jahr über kommuniziert, ihre Angebote aktiv hält, sie nutzbringend bewirtschaftet und an die direkten und indirekten Kunden gemäß deren individuellen Bedürfnissen kommuniziert.

Aber allein schon die Daten zu bewirtschaften ist eine große Aufgabe. Es geht in erster Linie um eine nachhaltig wirksame und beidseitig zufriedenstellende Kundenbeziehung. Wieso sollte diese nur an zwei respektive wenigen Tagen im Jahr gepflegt und genutzt werden?

Jeder Kunde kauft zwar letztlich von Menschen – was ja für die Messe-Interaktion spricht – was aber die Verantwortlichen nicht davon abhalten sollte, ihr Angebot und ihren Kundenkontakt um beispielsweise 363 Tage zu erweitern, zu intensivieren, um Kaufentscheide auch zwischen dem Messekalender zu katalysieren. Damit wird auch das Interesse an der nächsten Messe (zur Erinnerung: nach der Messe ist vor der Messe!), aber auch an neuen Modellen, verbesserten Produkten und so weiter hoch gehalten. Da müssen sich die Verantwortlichen dringend dem «Orchester Digital» annähern, es annehmen und proaktiv für ihre Kunden umsetzen.

Was empfiehlst Du Messeveranstaltern als angemessener Weg für ihr Datenmanagement?

Mit der Digitalisierung verfügen wir heute über ein umfassendes, viel größeres Orchester an Marketing-, Verkaufs- und Interaktionsinstrumenten. Darin spielt ein wirksames Datenmanagement eine große Rolle. Dass Kundenzentrierung und dann Customer Experience bei Unternehmen und Verwaltungen einen großen Nutzen bringen kann ist ja längst bekannt.

Ein kundenspezifisches, zielgerichtetes Matching von Messeveranstaltern, Ausstellern und BesucherInnen ist die logische Konsequenz der heute verfügbaren Daten – und zukunftsweisend. Das muss aber wie erwähnt offen, kollaborativ, auf Nutzen der Zielkunden ausgerichtet, innovativ und eben auch smart angegangen werden.

Was kann digital, das analog nicht kann? Und was kann analog, das digital nicht kann?

Konvergenz ist das Schlagwort. Also umfassend miteinander, ergänzend in Ökosystemen denken und handeln – nicht gegeneinander operieren, das ist intelligent, auch für die Messewirtschaft.

Digitale Schweiz/Digital Switzerland

Die Initiative «Digitale Schweiz/Digital Switzerland» wurde durch die SEMP Schweizer Experten- und Marktplattformen GmbH lanciert.

Die Initiative verfolgt das Ziel, Führungskräfte, Entscheidungsträger und Opinion Leaders zur Nutzung der Möglichkeiten zu motivieren, welche die Digitale Transformation eröffnet. Anhand konkreter Projekte und Lösungen sowie dank Kompetenz, Expertise und Vernetzung sollen weitere Vorhaben angestoßen, gefördert, kommuniziert und so einem breiten interessierten Publikum vermittelt werden. Die Plattform funktioniert als offene, kollaborative Experten- und Kompetenz-Plattform mit Marktbezug, Forum und steht allen Sektoren und Anwendungsfeldern offen; eine Mitgliedschaft ist also keine Voraussetzung für das Nutzen der Expertise und der Informationen.

Digitale Schweiz und Digital Switzerland ist eine Marke der SEMP GmbH.
www.digitaleschweiz.ch

* Roger Gisi ist Inhaber der SEMP GmbH, Inhaberin der Markenrechte DigitaleSchweiz und DigitalSwitzerland.

Interview Urs Seiler

Content auf der Plattform DigitaleSchweiz.